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"Viel müssen die mir nicht mehr beibringen - ich weiß schon fast alles über die Autos, wo alles ist und wofür es gebraucht wird." Der siebenjährige Benedikt lässt keine Spur von Zweifel daran, dass er in der neuen Kinderfeuerwehr im Littfetal einer der ersten an der Spritze sein wird. Seine Begeisterung für die Feuerwehr war schon mit drei Jahren so ausgeprägt, dass sie auch seine Mutter Monja Zöller erfasste, die daraufhin Mitglied in der Löschgruppe Eichen wurde. Ab September gehört sie zum Team derer, die die erste Kinderfeuerwehr-Gruppe in der Stadtfeuerwehr Kreuztal betreuen werden. "Einheitsführerinnen" des fortan jüngsten Feuerwehrnachwuchses im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren sind Catrin Schragen und Jenny Moll, beide Partnerinnen gestandener Feuerwehrleute, selbst aber nicht in der Einsatzabteilung aktiv. Müssen sie auch nicht: Feuerwehrspezifische Unterstützung erhalten sie von den Aktiven Nico Gieseler, Kilian Loos und Fabian Laux. Nadine und Tochter Meike Schlabach komplettieren das Team derer, die gespannt sind, wie viele Mädchen und Jungen am 12. September am Eichener Feuerwehrgerätehaus mit ihren Eltern aufschlagen, um zu schauen, ob sie Kinderfeuerwehrleute werden möchten. Wenn ja, schlüpfen sie dann alle 14 Tage dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr in Feuerwehrhosen und -jacken, die die Stadt Kreuztal bereits in sämtlichen Kindergrößen angeschafft hat und die auf dem Rücken die Aufschrift "Kinderfeuerwehr Kreuztal" tragen.

Nachwuchs schon beizeiten sichern
Dass auch in der Stadtfeuerwehr Kreuztal eine Kinderfeuerwehr auf gute Resonanz stoßen wird, ahnt Catrin Schragen, die im TV Eichen eine Kinderturngruppe betreut und so reichlich Erfahrung im Umgang mit Grundschulkindern mitbringt: "Die Kleinen sind schon scharf auf Feuerwehr, und je jünger sie sind, desto eher kriegst du sie gebunden." Dieser Satz erklärt auch gleich die Hauptmotivation zur Gründung einer Feuerwehrgruppe für die Kleinsten: Auch die Brandschützer möchten ihren Nachwuchs sichern, zwar nicht in Konkurrenz zu anderen Vereinen treten, aber das Begeisterungspotenzial nutzen, Menschen dauerhaft für das Ehrenamt Feuerwehr zu begeistern. Das gelingt in der Feuerwehr schon mit wenig Aufwand: "Wenn die Kinder mit Wasser spritzen dürfen, sind sie wie elektrifiziert", weiß Kreuztals stellvertretender Feuerwehrchef Uwe Heide. Die andere Seite der Medaille sei jedoch, dass es eine Herausforderung sei, diesen Enthusiasmus bei den Kindern und Jugendlichen jetzt noch länger zu halten, bis sie ihn in praktischer Einsatzarbeit unter Beweis stellen können: Das Gesetz ermöglicht ein Mitwirken im Einsatz, wenn die Jugendlichen 16 Jahre alt sind. Catrin Schragen ist da optimistisch: "Bei den Fußballvereinen sieht man, dass die Kinder dauerhaft bleiben." "Wir müssen einfach ihr Herz berühren", bringt Feuerwehrfrau Monja Zöller die Aufgabe der Kinderfeuerwehr auf den Punkt. Spielerisch und mit Spaß sollen die Kinder mit der Feuerwehr in Berührung kommen - sei es über Strahlrohrkegeln oder mit einem Memory-Spiel mit Gegenständen aus dem Feuerwehralltag. Einen "Dienstplan" für die ersten Treffen haben die Betreuer schon erarbeitet, verraten ihn aber nicht vorher - "damit die Kinder immer überrascht werden, was diesmal ansteht."

Andere Kommunen waren schneller
Während in anderen Kommunen schon seit Jahren Kinderfeuerwehren angeboten werden, hat sich die Stadtfeuerwehr Kreuztal mit derlei Aktivitäten Zeit genommen, bis eine gesetzlich klare Regelung durch das 2016 in Kraft getretene Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) auch die Versicherungsfrage für die Mitglieder einer Feuerwehr vorhanden war: Voller Versicherungsschutz ist nun über die Stadt Kreuztal als Trägerin des Feuerschutzes garantiert. Die erste Kinderfeuerwehr-Gruppe in Kreuztaler Stadtgrenzen soll zunächst alle Mädchen und Jungen aus dem Littfetal, also aus den Stadtteilen Eichen, Krombach, Littfeld und Burgholdinghausen, ansprechen. Im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren sind dies 300 Kinder, die im genannten Einzugsgebiet wohnen. "Wenn davon zehn Prozent in der Kinderfeuerwehr hängen bleiben, wäre das schon eine Supersache", hofft Berthold Braun, Leiter der Stadtfeuerwehr Kreuztal. Mit den Erfahrungen aus dieser ersten Gruppe werden aller Voraussicht nach weitere Kinderfeuerwehr-Gruppen im Stadtgebiet folgen - die Kameraden aus Buschhütten und Kreuztal befinden sich schon in Vorplanung einer Kinderfeuerwehr, die ihren Anlaufpunkt später im Gerätehaus Buschhütten haben wird. Die Einheiten aus dem Ferndorftal (Ferndorf und Kredenbach) und dem Heestaal (Fellinghausen, Junkern-, Mittel- und Oberhees sowie Osthelden) dürften mit ähnlichen Aktivitäten nachziehen. Wer der Kinderfeuerwehr entwachsen ist, kann ab zehn Jahren in die nach wie vor im Gerätehaus Kreuztal zentralisierte Jugendfeuerwehr übertreten.

Werbung zum Schulstart
Kurz nach dem Schulstart werden die Betreuerinnen und Betreuer am 1. September in den Grundschulen in Eichen und Littfeld in allen vier Klassenstufen die Werbetrommel rühren. Das eigene Maskottchen in Form einer Zeichnung von Jenny Moll gibt es schon - einen "zündenden" Namen für die erste Kinderfeuerwehr in Kreuztal zu finden, dürfte am 12. September im Gerätehaus Eichen zu den ersten Aktivitäten des jüngsten Feuerwehrnachwuchses der Kreuztaler Stadtfeuerwehr gehören.

Kinderfeuerwehr Littfetal absolutes Erfolgsprojekt
Mit mittlerweile 46 Anmeldungen hat die Gründung der ersten Kinderfeuerwehr in Kreuztals Stadtgrenzen im September 2017 alle Erwartungen übertroffen: "Fantastisch" sei das Nachwuchsangebot für feuerwehrbegeisterte Sechs- bis Zwölfjährige im Littfetal eingeschlagen, so Feuerwehrchef Berthold Braun. Die stellvertretende Einheitsführerin der Kinderfeuerwehr Jenny Moll formuliert es so: "Wir sind an unserer Schmerzgrenze angekommen." Heißt übersetzt: Sollte es in Eichen, Krombach, Littfeld und Burgholdinghausen weitere Anwärter für die Kinderfeuerwehr geben, müsste eine Warteliste erstellt werden. Um die Gruppe nicht zu groß werden zu lassen, hat das Betreuerteam aktuell einen Aufnahmestopp beschlossen.

Disziplin ist selbstverständlich
Dass Catrin Spolny als "Chefin" der Eichener Kinderfeuerwehr und Jenny Moll als ihre Stellvertreterin sowie Nadine Schlabach als weitere Betreuerin nicht selbst Mitglieder der Einsatzabteilung sind, ist keinesfalls von Nachteil: Sie werden von weiteren Frauen und Männern, die zu den Aktiven zählen, tatkräftig unterstützt. Spaß macht es allen nicht zuletzt deshalb, weil Disziplin auch in der Eichener Kinderfeuerwehr Pflicht ist: Rennen und Schreien sind während des Übungsdienstes ebenso tabu wie der unbeobachtete Umgang mit Feuerwehrarmaturen. "Wenn wir ab und an auf die Regeln aufmerksam machen, passt alles - immerhin haben sich die Kinder sie selbst auferlegt." Daran müssen sich dann auch die Eltern halten, wenn sie ihren Nachwuchs vom Übungsdienst abholen: "Mama, du musst unten warten", gab eine Tochter ihrer Mutter zu verstehen, dass sie Geduld haben müsse, bis der Unterricht im Schulungsraum im ersten Stock beendet sei.

Spannender Dienstplan
Erlebt haben die Mädchen und Jungen in den ersten vier Monaten schon reichlich: Sowohl mit einem Rundgang in der Fahrzeughalle als auch mit einem selbstgebastelten Memory-Spiel mit feuerwehrtechnischen Motiven lernten sie spielerisch die Beladung eines Löschfahrzeugs kennen und übten sich im Strahlrohr-Kegeln. Zum Kreieren eigener Stutenmänner hatte die Truppe gleich einen ganzen Omnibus gechartert, womit sie zu einer Großbäckerei nach Welschen-Ennest reiste. Der Dienstplan des neuen Jahres verspricht unter anderem eine Exkursion in die heimischen Wälder und die Veranstaltung eines kleinen Leistungsnachweises in Form eines Übungsparcours, um sich die Auszeichnung "Lösch-Max" zu verdienen. So heißt nämlich das Maskottchen der Kinderfeuerwehr des Littfetals, das die Betreuerin Jenny Moll selbst entworfen hat.

Die Älteren ziehen die Jüngeren mit
Die erste Kinderfeuerwehr-Einheit in Kreuztal ist übrigens geschlechtermäßig gut durchmischt. Die Altersspanne zwischen sechs und zwölf Jahren erfordert zwar ein pädagogisches Händchen, alle gleichermaßen anzusprechen. Doch die Gruppendynamik sei nicht zu unterschätzen: "Ich glaube, dass die Größeren die Kleineren einfach mitziehen", beobachtet Jenny Moll. Besonders erfreulich sei, dass viele Kinder dazugehörten, deren Eltern bislang nichts mit der Feuerwehr zu tun hatten und somit ganz von allein für die Feuerwehr Feuer gefangen hätten. "Wir spüren, wie sehr die Kinder daran interessiert sind, was die Großen machen. Sie löchern die aktiven Feuerwehrleute geradezu mit Fragen." So soll es sein, und so kann es bleiben. Jenny Moll über das erste Quartal der ersten Kreuztaler Kinderfeuerwehr: "Wir sind mehr als begeistert - sowohl die Betreuer als auch die Kinder."