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Ehrenamt rund um die Uhr

Feuerwehr im Überblick

260 Frauen und Männer engagieren sich in der Einsatzabteilung für die Sicherheit der Kreuztaler Bürger

Die Stadtfeuerwehr Kreuztal eine freiwillige Feuerwehr, die komplett ehrenamtlich organisiert und für Schutz und Sicherheit für rund 32.000 in Kreuztal lebende Bürgerinnen und Bürger zuständig ist. Die Stadt Kreuztal ist bislang über eine Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Arnsberg von der Pflicht befreit, eine hauptamtliche Feuerwehr zu betreiben. In der Kreuztaler Feuerwehr sind nahezu 500 Kreuztaler Bürgerinnen und Bürger engagiert: in der rund 260 Personen zählenden Einsatzabteilung, in der Unterstützungsabteilung für solche, die im Hintergrund für die Feuerwehr zur Verfügung stehen wollen, in der Jugendfeuerwehr, in den vier Kinderfeuerwehren und in der Ehrenabteilung, die die Alterskameraden und ihre Frauen betreiben. Seit Oktober 2019 ist mit Brandoberinspektor Stefan Knipp ein hauptamtlicher Gerätewart in den Diensten der Stadt Kreuztal für die Feuerwehr: Er ist der bislang einzige hauptamtlich für die Feuerwehr Kreuztal tätige Feuerwehrmann. Die stetig gestiegenen Anforderungen rund um Technik und deren Wartung machte diese Stellenbesetzung unumgänglich. Nach wie vor jedoch verfügen alle neun Feuerwehreinheiten der Stadt über eigene ehrenamtliche Gerätewarte.

Die neun Einheiten der Stadtfeuerwehr Kreuztal sind der Löschzug Kreuztal mit Feuerwehrgerätehaus in der Leystraße und einem zweiten Ausrückestandort mit einem Löschfahrzeug in der Waldstraße, die Löschgruppe Buschhütten, die Löschgruppen Fellinghausen und Osthelden, die gemeinsam den Zug II der Stadtfeuerwehr bilden, die Löschgruppen Eichen, Krombach und Littfeld, die gemeinsam den Zug III stellen, sowie die Löschgruppen Ferndorf und Kredenbach, die als Zug IV zugleich die Gefahrgutspezialisten der Stadtfeuerwehr Kreuztal sind.

Sämtliche aktive Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Kreuztal verfügen über einen digitalen Funkmeldeempfänger, der sie mit Informationen über Einsatzart und Örtlichkeit in den Einsatz schickt. Das Einsatzaufkommen der Stadtfeuerwehr Kreuztal ist in den letzten Jahren stetig gestiegen: Im Jahr 2018 musste sich die Stadtfeuerwehr Kreuztal um 308 Hilfeersuchen kümmern.



Blick auf die Kernstadt Kreuztal mit ihrer Über 700 Wohnheinheiten umfassenden Fritz-Erler-Siedlung.


Die Stadtfeuerwehr Kreuztal besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen Kräften, 260 Personen auf neun Standorte verteilt. Das Foto zeigt einen Wohnhausbrand in der Krähenbergstraße in Littfeld.


Frauen sind seit den 1990-er Jahren in der Einsatzabteilung der Kreuztaler Stadtfeuerwehr willkommen.


60 Prozent Waldflächen und reichlich Industrie

Innerhalb der 48 Kilometer langen Stadtgrenze von Kreuztal hat es die Feuerwehr mit einem Waldanteil von rund 60 Prozent der Gesamtfläche zu tun. Zu den 7,2 Prozent Verkehrsflächen zählen neben den Bundesstraßen B 508, B 54 und B 517 mit einer Hauptverkehrskreuzung in der Innenstadt von Kreuztal eine Schnellstraße (HTS), die eine Direktverbindung zur Kreisstadt Siegen und zur Autobahn A 4 darstellt. Mehrere Kilometer Autobahn A 4 zählen seit 2007 ebenfalls zum Einzugsgebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal.

Mehrere Industrie- und Gewerbegebiete bergen ebenso reichlich Gefahrenpotenzial wie die DB-Hauptverbindungsstrecke Siegen-Hagen, die durch die Stadtgrenzen von Kreuztal verläuft. Dazu zählt auch der Güterbahnhof in Kreuztal und Buschhütten, wo mit großen Mengen verschiedenster Gefahrstoffe gearbeitet wird.

Die Fritz-Erler-Siedlung in Kreuztal-Mitte stellt als Ensemble von mehreren Hochhäusern mit über 700 Wohneinheiten in bis zu zehnstöckigen Gebäuden einen weiteren Gefahrenschwerpunkt im kommunalen Brandschutz dar.

Diesen sichert die Stadtfeuerwehr mit einem Fuhrpark von 25 regulären Einsatzfahrzeugen und einem Ersatzfahrzeug. Die Jugendfeuerwehr verfügt über ein eigenes LF 16 zum Üben aus dem Altbestand des Kreuztaler Fuhrparks, außerdem über einen Mannschaftstransportwagen. Auch die Kinderfeuerwehren des Stadtgebietes verfügen über einen gemeinsamen Mannschaftstransportwagen mit Sondersignaleinrichtung.



Mit Tanklösch- und Löschgruppenfahrzeugen ist die Stadtfeuerwehr auch für Waldbrandeinsätze, im Bild ein Feuer oberhalb der Fritz-Erler-Siedlung, gut gerüstet.


Seit 2007 gehört auch ein Teilstück der Autobahn A 4 zum Wachgebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal, hier bei einem Pkw-Brand auf dem genannten BAB-Abschnitt.


Im Herbst 2018 hatte die Stadtfeuerwehr Kreuztal ihren längsten Einsatz: Über mehrere Tage mussten Bürger des Littfetals mit Wasser versorgt werden, nachdem eine Hauptleitung leckgeschlagen war.



Blick auf die Fritz-Erler-Siedlung in Kreuztal-Mitte. Sie ist die größte zusammenhängende Wohnsiedlung der 32.000-Einwohner-Stadt Kreuztal.


Nicht nur, wenn`s brennt

Bei der stadtweiten Verteilung von Einsatzaufgaben neben dem regulären Brandschutz pro Wachbezirk haben sich die Einheiten Buschhütten, Kreuztal und Krombach auf technische Hilfe spezialisiert (Drehleiter in Kreuztal, Rettungssätze auf den Hilfeleistungslöschfahrzeugen).

Der Zug III der Stadtfeuerwehr, bestehend aus den Einheiten Eichen, Krombach und Littfeld, ist in der Lage, über eine längere Wegestrecke Wasser zu fördern. Dem Zug IV der Stadtfeuerwehr, also den Einheiten Ferndorf und Kredenbach, steht als Spezialisten für Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern mit Dr. Joachim Dewies ein Chemiker als Fachberater Chemie zur Seite.



Die Einheiten Buschhütten, Kreuztal und Krombach haben sich auf technische Hilfeleistung spezialisiert. Im Bild ein schwerer Verkehrsunfall in „Dreslers Park“ in der Stadtmitte, bei dem zwei junge Menschen ums Leben kamen.


Die Einheiten Ferndorf und Kredenbach sind für Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern spezialisiert; im Bild ein Säureeinsatz am Kreuztaler Güterbahnhof.


Alarmierung Über Funkmeldeempfänger



Sämtliche aktiven Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Kreuztal sind seit Ende 2008 mit digitalen Funkmeldeempfängern ausgestattet. Die Sirenen haben für den Brandschutz ausgedient.

Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt seit Dezember 2008 ausschließlich über digitale Funkmeldeempfänger, womit personell eine 100-prozentige Erreichbarkeit der Einsatzkräfte garantiert ist. Bis Dezember 2008 verließ sich die Stadtfeuerwehr Kreuztal auf die analoge Alarmierung über Sirene und ein beschränktes Kontingent an Funkmeldeempfängern.



Notruf läuft in Siegen ein

Der Notruf der Stadtfeuerwehr Kreuztal (112) läuft auf der Kreisleitstelle in der Kreisstadt Siegen auf. Von dort wird auch der Rettungsdienst kreisweit alarmiert. Wer in der Aufregung eines Notfalls die 110 statt der 112 wählt, landet bei der Polizei. Hier können Bürger zwar auch ein Feuer melden - die Weiterleitung der Infos von Polizei zu Feuerwehr kann jedoch wertvolle Sekunden kosten, die mit dem direkten Notruf 112 vermeidbar sind. In Kreuztal ist für die rettungsdienstliche und notärztliche Versorgung die DRK-Rettungswache in Ferndorf verantwortlich, bei Bedarf die Rettungsdienste aus den Nachbarkommunen sowie der Rettungshubschrauber Christoph 25, der am Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen stationiert ist. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein unterhält in Kreuztal eine eigene Polizeiinspektion in der Innenstadt.

Bei Brandeinsätzen ab dem Stichwort „Feuer 4“ (zum Beispiel Zimmerbrand) kann die Stadtfeuerwehr Kreuztal mit zusätzlicher Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer des DRK Kreuztal rechnen: Dessen „Einsatzdienst“, stationiert im Gerätehaus Eichen, fährt mit einem eigenen Fahrzeug und geschultem Personal direkt zur Brandstelle.



Auch große Industriebrände beschäftigten in den vergangenen Jahren die Stadtfeuerwehr, im Bild die brennende Lagerhalle einer Recyclingfirma in Kredenbach.


Die gute Zusammenarbeit zwischen Deutschem Roten Kreuz und Feuerwehr ist in Kreuztal eine Selbstverständlichkeit; im Bild eine gemimte Menschenrettung mit DRK-Bereitschaftsarzt Mir Hodjat Fatemi.


Wer den Einsatz zahlt



Feuerwehreinsätze kosten in der Regel weder den Meldenden noch den Geschädigten Gebühren. Ein böswillig eingeschlagener Feuermelder hingegen kann den dabei Erwischten teuer zu stehen kommen.

Die Stadt Kreuztal ist Träger des Brandschutzes in Kreuztal und damit für die Einrichtung und den Betrieb einer Feuerwehr verantwortlich. Als Dienst am Bürger rückt die Feuerwehr in einem Notfall aus, ohne dafür im nachhinein Geld zu verlangen. Ob die im Baum festhängende Katze, der Alleebaum, der auf das Haus zu stürzen droht, oder der brennende Kamin in der Heizperiode: Die Kosten für den Einsatz trägt in der Regel die Stadt.

Dennoch gibt es Ausnahmen, die es der Stadt je nach Ermessen erlauben, einen Feuerwehreinsatz kostenpflichtig zu machen. Dies könnte bei böswilligen Alarmierungen der Fall sein oder bei grob fahrlässigen Verstößen, die einen Feuerwehreinsatz nach sich ziehen.



Wer wann zu Hilfe eilt

Die Alarm- und Ausrücke-Ordnung der Kreuztaler Stadtfeuerwehr berücksichtigt zwei wesentliche Faktoren in der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit: zum einen bei kleinen Einsätzen nicht übermäßig viele Helfer in Marsch zu schicken (selektive Alarmierung über eine differenzierte Vergabe von Melderschleifen und Wochenschichten), zum anderen bei gravierenden Anlässen unverzüglich ausreichend große Mannschaften parat zu haben.

Letzteres garantiert das im Kreis Siegen-Wittgenstein kreisweit funktionierende Prinzip des „Routings“. Ab Alarmstichworten wie beispielsweise „Zimmerbrand“ oder „eingeklemmte Person“ schlägt der Leitstellenrechner in Siegen die Alarmierung jener Einheiten vor, die - je nach deren Hinterlegung von Erreichbarkeiten und Personalstärken - in kürzester Zeit in ausreichender Zahl am Einsatzort sein können. Entscheidend ist dabei, dass diese Alarmierung nicht mehr auf die bestehenden kommunalen Stadt- und Gemeindegrenzen Rücksicht nimmt, sondern eine Präsenz von Kräften gegebenenfalls aus mehreren Kommunen gleichzeitig garantiert.

So kann es sein, dass bei einem Zimmerbrand in Kredenbach zunächst nicht die Drehleiter des Löschzuges Kreuztal, sondern die geografisch näher stationierte Drehleiter aus dem Nachbarort Hilchenbach-Dahlbruch anrückt - eben so, wie der Leitstellenrechner die Entfernungen inklusive der Befahrbarkeit der Straßen in Sekundenschnelle abliest. Ebenso unterstützen beispielsweise die Wehrleute aus Buschhütten die kommunalen Nachbarn aus Siegen-Geisweid bei dortigen größeren Schadenslagen wie Wohnungsbränden.



Auch an Kreuztal gingen Sturm- und Hochwasserereignisse der letzten Jahre nicht spurlos vorbei; im Bild ein überschwemmtes Firmengelände im Stadtteil Eichen.


Bei besonders brenzligen Einsätzen wie zum Beispiel Wohnungsbränden ist die überörtliche Unterstützung durch Nachbarfeuerwehren mittlerweile fester Bestandteil der Alarm- und Ausrückeordnung; im Bild ein Wohnungsbrand in der Heesstraße in Fellinghausen.


Die Wehrführung

Die Führung der Stadtfeuerwehr Kreuztal besteht aus den drei Stadtbrandinspektoren Berthold Braun (Leiter der Feuerwehr) und dessen Stellvertretern Uwe Heide und Thorsten Schreiber.

Obowohl alle drei Führungskräfte im Regelfall ständig verfügbar sind, wechseln sie sich im Einsatzdienst ab, der mit der Übernahme des Kommandowagens einhergeht. Wolfram Krämer nimmt als Stadtfeuerwehrarzt eine übergeordnete Funktion in der Kreuztaler Feuerwehr ein: Er wird bei größeren und längeren Einsatzen zum Schadensort beordert, vor allem um sich dort um die medizinische Versorgung und Gesundheit der Einsatzkräfte zu kümmern. Gesundheit bedeutet aber auch psychische Stabilität: Für die Nachbearbeitung von belastenden Einsätzen steht der Feuerwehr Kreuztal mit Martina Schmitt eine Fachberaterin Notfallseelsorge zur Verfügung.

Überdies kann die Stadtfeuerwehr bei Bedarf das kreisweit verfügbare Team für psychosoziale Unterstützung, das PSU-Team der Feuerwehr Siegen, anfordern. Ebenfalls kreisweit und damit auch für Kreuztal verfügbar ist der in Eisern stationierte Einsatzleitwagen ELW 2, der bei größeren Schadenslagen eine solide Infrastruktur für das Abwickeln von Großeinsätzen inklusive weiterer Führungskräfte (zum Beispiel Wehrführer der Nachbarkommunen bzw. Kreisbrandmeister) zur Verfügung stellt.



Martina Schmitt ist Fachberaterin Notfallseelsorge in der Stadtfeuerwehr und zugleich Mitglied in der Löschgruppe Kredenbach.


Wolfram Krämer ist Stadtfeuerwehrarzt und Mitglied der Löschgruppe Ferndorf.


Im Sommer 2003 brannte der Kreuztaler Bahnhof unweit des Gerätehauses. Mittlerweile hat er sich zu einem Kulturbahnhof mit neuer Infrastruktur gemausert.


Vorbeugen ist besser

In den letzten zehn Jahren hat sich die Brandschutzerziehung- und -aufklärung in Kreuztal erfreulich etabliert. Sie verantwortet ebenfalls die Stadtfeuerwehr Kreuztal. Unter der Gesamtkoordination von Kerstin Schreiber (Krombach) und ihrem Stellvertreter Ingolf Graf (Fellinghausen) finden sich in allen Kreuztaler Feuerwehreinheiten verantwortliche Mitarbeiter für derlei Aufgaben vor allem in Kindergärten und Schulen.

Großer Beliebtheit erfreuen sich überdies die Auftritte der Puppenbühne der Stadtfeuerwehr Kreuztal. Mit einer selbstgebauten Bühne, Handpuppen und speziell geschulten Helfern geht diese BÜhne nicht nur in Kreuztal auf „Tournee“, um die JÜngsten in der Bevölkerung spielerisch mit den Gefahren von Feuer und den Möglichkeiten, zu helfen, in Kontakt zu bringen.



Brandschutzerziehung - hier eine Alarmübung der Fellinghäuser Feuerwehr im benachbarten Kindergarten - gehört mittlerweile zum festen Aufgabengebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal.


Die Stadtfeuerwehr Kreuztal verfügt über eine eigene Puppenbühne, die nicht nur im Siegerland auf „Tournee“ geht, um Kindern das richtige Verhalten bei Bränden spielerisch zu vermitteln.


Mitglieder immer willkommen



Männer und Frauen sind in der Kreuztaler Stadtfeuerwehr gleichermaßen willkommen, im Bild Yvonne Gommers als Atemschutzgeräteträgerin im Löschzug Kreuztal.

Verstärkung ist in der Stadtfeuerwehr Kreuztal immer und in allen Standorten willkommen. Mittlerweile sind knapp fünf Prozent der Einsatzabteilung Frauen. Wer im aktiven Einsatzdienst mitmachen möchte, muss zwischen 16 und 67 Jahren alt sein und bei definitiver Mitgliedschaft eine Grundausbildung absolvieren, die ihn auf die Einsatzsituationen vorbereitet. Jugendliche können sich im Alter von zehn bis 17 Jahren auf den aktiven Feuerwehrdienst in der Jugendfeuerwehr vorbereiten. Die vier Kinderfeuerwehren fangen die Feuerwehrbegeisterung die ganz jungen Kreuztaler auf: Sechs- bis Zwölfjährige werden dort spielerisch an das Handwerk Feuerwehr herangeführt. Wer Interesse hat, kann sich an alle auf dieser Homepage genannten Kontakte wenden.