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Ein offensichtliches „Familienschicksal“ fand am Freitag, 24. Juli 2026, in der Bottenbacher Straße in Kreuztal-Buschhütten eine zunächst hoffnungsvolle Fortsetzung vor traurigem Hintergrund. Dabei rettete die Feuerwehr drei junge Waschbären, deren Mutter seit Tagen nicht mehr in die Kinderstube der Kleinen zurückgekehrt war. Die befand sich im Schacht eines ungenutzten Kamins in einem Wohnhaus. Dass die drei Wildtiere überhaupt eine Chance auf Weiterleben ohne Mutter haben, verdanken sie dem Hausbewohner Marco Berg. Dessen Schwester und Eltern saßen vor einigen Tagen hinter dem Haus, als sie entdeckten, dass ein Waschbär aus dem Schornstein lugte. Dass der den Kamin offensichtlich zur Geburtsstation seiner Nachkommen auserkoren hatte, veranlasste Marco Berg, genau an der Schornsteinöffnung eine Wildkamera zu installieren.

Mit der konnte er genau nachvollziehen, in welcher Häufigkeit das Muttertier aus der Öffnung ein- und ausstieg. Und dann das: „Vor zwei Tagen ist sie halt um 23 Uhr gegangen und nicht wieder zurückgekehrt“, berichtet Marco Berg. Das veranlasste ihn am Freitagvormittag, die Feuerwehr ins Boot zu holen, um die offensichtlich allein gelassenen Jungen aus ihrer hilflosen Lage zu retten. Nach zwei Tagen Abwesenheit verdichtete sich also die Vermutung, dass die Waschbär-Mutter vermutlich ums Leben gekommen ist – wo und wie, weiß Marco Berg jedoch nicht. Kreuztals Feuerwehrchef Jan Kleine, der die Lage der alleingelassenen Jungtiere vor Ort sondierte, entschloss sich, die Mannschaft aus Buschhütten hinzuzuziehen. Über eine im Erdgeschoss befindliche Revisionsklappe packte ein Feuerwehrmann die Tiere und legte sie in eine aus der Nachbarschaft herbeigeholte Transportbox für Katzen. Ein erstes Foto von den drei fiependen Vierbeinern, die ihre Augen noch nicht geöffnet hatten, schickten die Retter zu Melli Oesterhoff, die in Bad Berleburg-Berghausen „Mellis Päppelstelle“ betreibt. Die Tierfreundin stellte per Ferndiagnose fest, dass schnelles Handeln nötig sei, um die Tiere vor dem Austrocknen zu bewahren. Flugs schwang sich Marco Berg ins Auto, um in der Apotheke Kochsalzlösung zu besorgen, die er auf der Terrasse seines Hauses den Tierbabys unter die Haut spritzte. Ebenso bot er ihnen über eine Spritze belebende Tropfen zum Trinken an, bevor Melli Oesterhoff die Tiere am Freitagnachmittag abholen konnte. In Berghausen geschieht mit den Waschbär-Babys das, was der Name der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft von Melli Oesterhoff schon vermuten lässt: Sie werden dort liebevoll aufgepäppelt. Was auf Dauer mit den Wildtieren passiert, bleibt allerdings abzuwarten: Waschbären gelten als invasive Art und dürfen nach einer derartigen Rettungsaktion nicht mehr ausgewildert werden – „das ist die Katastrophe bei der ganzen Sache“, erklärt Melanie Oesterhoff die Schwierigkeit, für die Tiere eine „Endstelle“ zu finden. Bei ihr zu Hause beanspruchen schon viele Tiere eine Wohnstatt. Wenn sie alle Waschbären behalten würde, mit denen sie als viel gefragte Auffangstation zu tun hat, „dann wäre ich schon ein eigenständiger Zoo mit Waschbären“.Wer glaubt, dass der Vater der drei vermutlich nun halbwaisen Waschbär-Jungen nun allein in der Pflicht stünde, sich um seine Kinder zu kümmern, muss sich von der Biologie eines Besseren belehren lassen: Es gehört zum Wesen der männlichen Waschbären, dass sie sich nach der Paarung aus der weiteren Verantwortung ziehen und sich flugs aus dem Staub machen. bjö


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