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Brandschutzbedarfsplan definiert "Hausaufgaben" für die Feuerwehr
07.10.2021

Der Kreuztaler Feuerwehr fehlen rund 140 aktive Feuerwehrleute, um optimal für ihre Einsatzaufgaben im Stadtgebiet mit rund 32.000 Einwohnern gerüstet zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Entwurf der Neufassung des Brandschutzbedarfsplans der Stadt Kreuztal für die Jahre 2021 bis 2025. Ihn hat der Kreuztaler Feuerwehrausschuss einstimmig zum Beschluss dem Kreuztaler Rat empfohlen. Das 460-seitige Schriftstück ist Bestandsaufnahme und Maßnahmenkatalog für die Zukunft in einem: In ihm definieren Verwaltung und Feuerwehr, wie sie den Feuerschutz in ihrer Kommune in den nächsten Jahren sicherstellen und weiter verbessern wollen.

Wichtigstes Ziel: weiter ehrenamtlich bleiben

Das wichtigste Ziel der Kindelsbergkommune dürfte dabei sein, erneut von der Pflicht befreit zu werden, hauptamtliche Feuerwehrkräfte einzustellen. Die im Schnitt 260 aktiven Frauen und Männer, die im Einsatzfall in Kreuztal ausrücken, sind allesamt freiwillige Helfer. Das Regierungspräsidium Arnsberg entscheidet, unter welchen Auflagen sie der für maximal fünf Jahre geltenden Ausnahmegenehmigung, ganz ohne bezahlte Einsatzkräfte auszukommen, stattgeben wird. Klar ist, dass die Kreuztaler diverse „Hausaufgaben“ erledigen müssen - vor allem, um den Personalbestand zu erhöhen. Mitgliederwerbung, Reaktivierung zur Zeit nicht aktiver Kräfte und die bevorzugte Einstellung von Feuerwehrangehörigen im kommunalen Bereich gehören ebenfalls zu den Bemühungen wie die Stärkung der Nachwuchsarbeit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet.

Hauptamtliche Wache wäre nicht zielführend

Im Brandschutzbedarfsplan setzt die Kommune nach wie vor auf ehrenamtliche Feuerwehrarbeit: „Die Einführung einer hauptamtlichen Wache mit zentralem Standort brächte unter dem Gesichtspunkt der zurzeit bestehenden Defizite bei der Erreichbarkeit einzelner Stadtteile keine nennenswerten Vorteile, da wegen der topographischen und örtlichen Verhältnisse auch durch eine hauptamtliche Wache keine vollständige Abdeckung des Stadtgebietes möglich wäre.“ Dieser Einschätzung zugrunde liegt ein komplexes Zahlenwerk mit geforderten Ausrückzeiten und Personalstärken, die deutlich über den bisherigen Anforderungen liegen. Die Tatsache, dass nun eine 200-prozentige Personalreserve gefordert wird, bedeutet: Um das Personal für ein Fahrzeug mit neun Sitzplätzen rund um die Uhr vorhalten zu können, müssen 27 Personen zur Verfügung stehen. Auf die hochmoderne Fahrzeugflotte der Stadtfeuerwehr hochgerechnet, bedeutet dies: Statt der rund 260 Einsatzkräfte müssten 396 für den Alarmfall zur Verfügung stehen. Wiederum 180 von ihnen sollten taugliche Atemschutzgeräteträger sein – knapp über 100 sind es zurzeit.

Standortanalyse für alle Gerätehäuser steht an

Der vorliegende Plan fordert zudem eine Standortanalyse für alle Feuerwehrgerätehäuser bis 2023. Schon jetzt ist klar, dass das zentrale Feuerwehrgerätehaus in der Leystraße südlich der Bahnlinie vor allem für die Drehleiter nicht der optimale Standort bei den meisten Einsätzen in der nördlichen Innenstadt ist – geschlossene Schranken kosten oft wertvolle Zeit. Beengte bauliche Verhältnisse mit fehlender Geschlechter- oder Schwarzweiß-Trennung attestiert der Plan den älteren Feuerwehrgerätehäusern. Nicht ohne Diskussionen in der Mannschaft dürfte die im Plan empfohlene Umsetzung von Feuerwehrfahrzeugen innerhalb des Stadtgebietes vonstattengehen. Bei allen Innovationen, mit deren praktischer Umsetzung Kreuztals neuer Feuerwehrchef Jan Kleine dicke Bretter zu bohren hat, empfiehlt der Kreuztaler Brandschutzbedarfsplan eine Maßnahme, die eher nostalgische Erinnerungen weckt und der Bevölkerung eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein möge: Brennt es in den abgelegenen Stadtteilen Mittel- oder Oberhees, soll dort wieder die gute alte Sirene ertönen. bjö    

 


Bilder

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