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Feuereifer bis zuletzt - Frieder Preis im "Ruhestand"
04.06.2021

„Es musste ja irgendwann mal passieren“, sieht Friedrich Wilhelm Preis ein, dass auch der stärkste Wille die biologische Uhr nicht aufhalten kann. Der Kredenbacher ist 67 geworden, womit seine Zeit als aktiver Feuerwehrmann abgelaufen ist. Es wäre nichts Außergewöhnliches, wenn der Brandinspektor nicht zugleich eine nicht alltägliche Krankengeschichte mit seinem Feuerwehrdienst bis zur letzten Gelegenheit verbunden hätte. „Frieder“ Preis war seit 2006 nierenkrank und von 2009 an Dialysepatient – bis er am 6. Januar 2020 in Köln eine Niere transplantiert bekam. Über all die Jahre seiner körperlichen Einschränkungen blieb er dem aktiven Feuerwehrdienst treu und startete sogar für die Kreuztaler Feuerwehr mehrfach bei den Deutschen Feuerwehrski-Meisterschaften. Im Mai nun nahm er letztmalig als Kreisausbilder für Truppführer in der Feuerwehr die Lehrgangsprüfungen ab.

Diagnose 2006

Es war im Rahmen einer Tauglichkeitsuntersuchung als Atemschutzgeräteträger, als der Arzt bei dem damaligen Kredenbacher Löschgruppenführer eine Schädigung der Nieren feststellte. Drei Jahre lang lebte Frieder Preis mit dieser Diagnose, ohne sich für eine Dialysebehandlung zu entscheiden, und versuchte, Linderung durch den Besuch mehrerer Heilpraktiker zu erfahren. Das änderte sich in der Nacht vom 11. September 2009, so erinnert er sich noch heute – seiner „schlimmsten Nacht, in der ich akute Angst hatte zu sterben“. Nach seiner Einlieferung auf die Intensivstation wuchs die Einsicht, um die Dialyse, also eine Art Blutwäsche, dreimal wöchentlich nicht mehr herumzukommen. Doch der Beschwerden nicht genug: Im November 2017 unterzog er sich außerdem einer schweren Herzoperation, bei der er eine mechanische Aortenklappe implantiert bekam.

Bis 2018 Löschgruppenführer

Trotz dieser Einschränkungen blieb Frieder Preis bis 2018 Löschgruppenführer in Kredenbach und Zugführer des Zuges IV, dem Verbund der Löschgruppen Ferndorf und Kredenbach. Auch als Ausbilder stand er der jüngeren Generation nach wie vor zur Verfügung. Zwar hatte er erkennbar abgenommen; doch er blieb fit für Einsätze wie sogar für sportliche Wettkämpfe auf Skiern. Elf Jahre nach Beginn seiner Dialysebehandlung erhielt er Anfang letzen Jahres in Köln die Niere eines Verstorbenen. Sie funktionierte tadellos und brachte es in ihrem „neuen“ Körper auf eine Leistung von 90 Prozent – einen guten Wert. Klar zog sich der Kredenbacher nach der Operation für einige Zeit aus dem Feuerwehrdienst zurück, kehrte jedoch bald wieder, um jungen Nachwuchskräften die Grundlagen praktischer Feuerwehrarbeit zu vermitteln.

Seit 1975 mit dabei

Dass Frieder Preis die Feuerwehr für sich entdeckte, hatte 1975 übrigens praktische Gründe: Als er von seinem Wehrdienst entlassen wurde, galt die Pflicht, für den dort erworbenen Lkw-Führerschein eine weitere Verwendung zu finden – genau die fand er bei den Brandschützern auf ehrenamtlicher Basis. Jahrelang engagierte er sich als Schiedsrichter und Oberschiedsrichter bei den Leistungsnachweisen auf Kreisebene, bildete sich im Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern fort und hielt sich bis zuletzt selbst auf dem Laufenden aktueller Einsatztaktik und Feuerwehrtechnik, um zeitgemäß ausbilden zu können. Mit dem Einsatzdienst ist nun Schluss für ihn, die Altersgrenze ist erreicht. Doch Frieder Preis wechselt zunächst in die Unterstützungsabteilung, um aus der „zweiten Reihe“ noch ein paar Jahre mitmischen zu können. Seinen Feuerwehrkollegen weitergeben möchte er auch über seine Dienstzeit hinaus, was ihm persönlich ein Anliegen ist: „Ich war immer darum bemüht, im Miteinander mit Menschen gerecht zu bleiben und ihnen gerecht zu werden.“ Er wünscht sich, dass auch die nächste Feuerwehrgeneration genau dies beherzigt.

Er ist dankbar

Dass Frieder Preis trotz seiner schweren Erkrankung weiter so aktiv bleiben konnte, verdankt er übrigens nicht nur seinem starken Willen, wie er selbst bestätigt: „Ich bin seit Jahren in sehr guter Betreuung durch die Nephrologen in Weidenau.“ Und seine Ehefrau Margitta? „Die unterstützt und begleitet mich seit Jahren mehr als gut.“ bjö     


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