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Stefan Knipp wird hauptamtlicher Gerätewart
28.10.2019

Mit einer Feuerwehr-Personalie hat Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß einen entscheidenden Schritt zur Entlastung des Ehrenamtes in die Tat umgesetzt: Seit 1. Oktober ist der Kreuztaler Stefan Knipp neuer hauptamtlicher Gerätewart in der Stadtfeuerwehr Kreuztal. Anfang dieses Jahres war die Entscheidung gefallen, für die sich Kreuztals Feuerwehrchef Berthold Braun schon seit längerem stark gemacht hatte: Fortan ist mit dem 49-jährigen Brandoberinspektor Stefan Knipp, der nach wie vor ehrenamtlich im Löschzug Kreuztal tätig ist, eine bezahlte Fachkraft verfügbar, die vor allem den ehrenamtlichen Geräte- und Atemschutzgerätewarten der Feuerwehr Kreuztal eine immer größer gewordene Menge an Wartungs-, Pflege- und Reparaturarbeiten abnehmen soll. Unverzichtbar sind die freiwilligen Wartungsbeauftragten damit nach wie vor – gerade sind sechs weitere ehrenamtliche Atemschutzgerätewarte angelernt worden -, womöglich sind sie fortan aber nicht mehr dermaßen über Gebühr belastet wie bislang. Vor diesem Hintergrund signalisiert die neue Position in der Stadtfeuerwehr Kreuztal nicht etwa den Aufbruch in ein Zeitalter mit hauptamtlichen Feuerwehrleuten, sondern vielmehr eine Stärkung der Ehrenamtlichkeit: Ehrenamtlich Tätige zu entlasten, so Berthold Braun, könne womöglich verhindern, sie auf Dauer zu frustrieren oder gar zu vergraulen. Sämtliche 260 aktiven Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Kreuztal stehen freiwillig für die Hilfe am Bürger Tag und Nacht bereit. Die Ausnahmegenehmigung für Kreuztal, keine hauptamtlichen Feuerwehrleute unterhalten zu müssen, hofft die zweitgrößte Kommune im Kreis im kommenden Jahr beim Regierungspräsidium Arnsberg erneut verlängern zu können.   

Ein Mann mit Insider-Kenntnissen

„Mein erster Arbeitstag verlief noch sehr ruhig, doch schon am zweiten stand mein Telefon kaum noch still“, schildert Stefan Knipp seinen Dienstantritt im Feuerwehrgerätehaus Kreuztal, das gleich gegenüber seiner bisherigen Arbeitsstätte gelegen ist: Der gebürtige Kreuztaler war 33 Jahre lang Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs und dort zuletzt in der Straßenunterhaltung tätig. In seinen neuen Aufgabenbereich einarbeiten muss er sich nur bedingt: Als aktiver Feuerwehrkamerad, Maschinist und Ausbilder, der zeitweise als Kreuztaler Löschzugführer in der Innenstadt fungierte, ist er mit den personellen, technischen und organisatorischen Strukturen der Stadtfeuerwehr bestens vertraut. Gewöhnen muss er sich indes an die Unterscheidung, welche Tätigkeit seiner persönlichen Leidenschaft ab jetzt dienstlich und was ehrenamtlich ist: Wenn ihn der Meldeempfänger in den Feuerwehreinsatz schickt, beginnt die Freistellung vom Dienst wie bei jedem anderen Arbeitgeber auch.

Inventarisierung als Mammutaufgabe

Zu seinen ersten Aufgaben im neuen Job zählt die Inventarisierung sämtlicher Feuerwehrgerätschaften: Was bislang auf Listen vermerkt und standortspezifisch unterschiedlich kategorisiert ist, soll der Gerätewart nun systematisch mit Hilfe einer feuerwehrspezifischen Software erfassen und durch Barcodes kenntlich machen. Damit erstellt er eine später leicht überschaubare Zusammenstellung über das Inventar der Feuerwehr, die wiederum Grundlage für Investitionsplanungen und strategische Überlegungen sein kann, vorhandenes Material noch effizienter einzusetzen.

Anforderungen sind gestiegen

Dass die Einrichtung eines hauptamtlichen Gerätewarts in der Stadtfeuerwehr Kreuztal längst fällig war, ist zum einen der immer umfangreicheren und komplexeren technischen Ausstattung der Brandschützer geschuldet, aber auch den damit einhergehenden Anforderungen an Sicherheit, Wartung und Gesundheitsvorschriften sowie dem stetig steigenden Einsatzaufkommen mit zuletzt 308 Hilfeersuchen im Jahr 2018. „Die feuerwehrtechnische Ausstattung ist filigraner geworden“, beschreibt der Kredenbacher Einheitsführer Jan Kleine, als Sicherheitsingenieur zugleich Beauftragter für die Gefährdungsbeurteilung in der Stadtfeuerwehr Kreuztal, die veränderten Herausforderungen an den Feuerwehrdienst in Vergleich zu früheren Jahren: Vor allem im Bereich des Atemschutzes hätten die Prüf-, Registrierungs- und Dokumentationsvorschriften deutlich zugenommen, auch Hygiene spiele mehr denn je eine Rolle. „Vor 20 Jahren war es noch üblich, nach einem Einsatz unter Atemschutz am Gerät schnell die Flasche zu wechseln und den nächsten Trupp mit dem gleichen Gerät loszuschicken“, erinnert sich Feuerwehrchef Berthold Braun – „diese Zeiten sind definitiv vorbei.“ So wird der Bereich Atemschutz auch für Stefan Knipp fortan ein wesentlicher Arbeitsbaustein sein: 100 Atemschutzgeräte, ausgestattet mit einer digitalen Telemetrie-Technik zur Überwachung im Einsatz, 250 Masken und 220 Flaschen müssen gereinigt, desinfiziert, geprüft und repariert werden, übrigens in einer eigenen Atemschutzwerkstatt im Feuerwehrgerätehaus in der Leystraße. Allein für diese Tätigkeit, bislang ehrenamtlich auch durch Stefan Knipp ausgeführt, fielen jährlich 600 Stunden Arbeit an. Ihm weisungsbefugt sind daher nicht nur Andrea Neumann als Leiterin des Ordnungsamts und Wehrführer Berthold Braun, sondern auch der Stadtatemschutzgerätewart Gunther Homrighausen.

Hobby zum Beruf gemacht

Als „Dienstfahrzeug“ bedient sich Stefan Knipp fortan des Kleintanklöschfahrzeugs, das einst in Osthelden im Dienst war und danach im Gerätehaus Kreuztal als Ersatzfahrzeug und für die Jugendfeuerwehr zur Verfügung stand. Zwischen zehn Feuerwehrstandorten im Stadtgebiet Kreuztal muss er hin- und herreisen, Fahrzeuge zu Untersuchungen bringen oder Fachfirmen bei Prüfgängen begleiten. Besser hätte es den technikverliebten und handwerklich geschickten Familienvater, dessen zwei Söhne seine Feuerwehrbegeisterung geerbt haben, nicht treffen können. Stefan Knipp über seinen berufliche Veränderung: „So habe ich doch noch mein Hobby zum Beruf gemacht". bjö 


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