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Herbstübung Stadtfeuerwehr Kreuztal
28.09.2019

Ein Unglück kommt selten allein – zumindest dann, wenn die Kreuztaler Stadtfeuerwehr zur Herbstübung einlädt. Thorsten Schreiber, Uwe Heide und Tobias Langenbach als „Drehbuchautoren“ der Großübung von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz hatten kurzerhand die reale „Wasserkrise“ vom vergangenen Jahr zumindest gedanklich wieder aufleben lassen, um die Herausforderungen des Tages auf dem Gelände der Firma Umwelterservice Lindenschmidt in der Krombacher Straße noch brisanter zu gestalten: Es gab kein fließendes Wasser vor Ort, weil ein Bagger am Vorabend in Kredenbach eine Hauptleitung beschädigt haben sollte. Zu dumm nur, dass am Folgetag durch Arbeiten auf dem Dach der „Lagerhalle Ost“ selbiges in Flammen stand. Die mitgeführten Wasserkapazitäten der Löschfahrzeuge waren für den Erstangriff rasch aufgebraucht; eine lange Wegestrecke vom Freibad mussten die Wehrleute aufbauen, um die Versorgung am Brandort sicherzustellen. Verletzte mussten von den Dächern gerettet werden, Funkenflug hatte für eine Brandausbreitung auf das Dach der benachbarten „Staubanlage“ gesorgt. Und zu allem Überfluss hatte sich ein Baggerfahrer im Einfahrtsbereich der Hauptwaage von den mutmaßlichen Ereignissen dermaßen irritieren lassen, dass er mit einem Pkw kollidierte. Klar, dass er dabei zufällig auch noch Fässer von der Baggerschaufel verlor, angesichts des vorhandenen Gefahrenpotenzials auf dem Gelände immerhin „nur“ mit Hydrauliköl gefüllt.

Auf dieser Basis entfesselte sich am Samstagvormittag ein Großschadens-Szenario, das 100 Feuerwehrleute und weitere Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes an die Arbeit brachte. Sie verteilten sich mit ihren unterschiedlichen Aufgaben auf dem weitläufigen Gelände des Krombacher Entsorgungsbetriebes, so dass die Wehrführung gemeinsam mit der Geschäftsleitung zu einer geschlossenen Führung der „Schaulustigen“ einlud. Mitglieder von Rat und Verwaltung, Feuerwehrangehörige und Alterskameraden waren gekommen, um die Strapazen der Einsatzkräfte zu verfolgen. Über den Einsatzleitwagen des Kreises koordinierten die Führungskräfte die Taktik der einzelnen Einsatzabschnitte. Die drei Geschäftsführer Volker, Christoph und Matthias Lindenschmidt hatten diesmal Zeit und Ruhe, sich gelassen die Arbeit der Feuerwehr anzuschauen - anders als im Juli dieses Jahres, als die Feuerwehr wegen austretenden Ammoniaks mit einem Großaufgebot bei Lindenschmidt vorfuhr und alle vor Ort intensiv Hand in Hand Schlimmeres abwenden mussten – übrigens mit Erfolg. Klar würde bei einem derartigen Brandereignis, wie es bei der Herbstübung angenommen wurde, ebenfalls ein Gefahrguteinsatz größeren Umfangs anrollen – doch diesmal ging es, abgesehen von ausgelaufenem Hydrauliköl, um das reine Lösch- und Rettungsgeschäft. Für das hat sich die Krombacher Entsorgungsfirma übrigens betriebsintern stark aufgestellt: Dass knapp 20 freiwillige Feuerwehrleute dort arbeiten, macht sich die Firma mit einem innerbetrieblichen Brandschutz in Form von drei zur Verfügung stehenden Löschfahrzeugen und einer Alarmierung der gerade im Betrieb befindlichen Wehrleute vorbildlich zunutze. Und: Löschschränke mit Schaum am Rohr sind so auf dem Gelände verteilt, dass sie flächendeckend für den Erstangriff zur Verfügung stehen. „Wir sind froh über jeden Feuerwehrmann, den wir im Betrieb haben“, stellte Volker Lindenschmidt nach der Herbstübung klar, als die Einsatzmannschaft der Herbstübung auf Kosten des Betriebs ein Mittagessen gereicht bekam. bjö


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